Betriebssystem-Auswahl - Das Fazit

Das Fazit von 1995 im Rückblick

Acht Jahre sind eine lange Zeit in einer Branche mit rasanter Entwicklung. Trotzdem sind oft Entscheidungen mit Weitblick gefordert. Der von datelec auch erörterte Einsatz von Windows-NT erweist sich auch im Rückblick als zukunftsweisend.

Wir zitieren unser Fazit von 1995:

"... Die Version 3.5 von Windows-NT hat einen den UNIX-Konkurrenten vergleichbaren stabilen Stand in der Betriebssicherheit erreicht. Der Vorteil der Standardisierung von vielen Funktions-Bereichen in NT gegenüber den vielen Hersteller-Lösungen bei UNIX steht der Nachteil der Abhängigkeit des Kunden von Microsoft gegenüber. Einiges bei Microsoft spricht für eine Marktstrategie analog zu IBM in den 70er Jahren, diese Abhängigkeit mit hohem Innovations- und Kostendruck erhalten zu wollen.
Trotzdem bietet sich mit Windows-NT die Chance, ein modernes Produkt zu erhalten, dessen Ausstattung und Betriebssicherheit durch die agressive Marktstrategie von Microsoft begünstigt und dessen Verbreitung durch die MS-Windows-Vorentwicklung gesichert ist. Bei entsprechender Vorsicht (MFC!) ist jedoch die Gefahr zu großer Herstellerabhängigkeit kalkulierbar.

Nach dem derzeitigen Wissenstand zu diesem Projekt ist die technische Aufgabenstellung der Anlagensteuerungen und die der Workstations und SQL-Server gleichermaßen mit UNIX oder Windows-NT zu bewältigen. Es gibt keine Ausschluß-Argumente für das eine oder andere Betriebssystem. Die wesentliche Anwender-Software ist auf beiden Systemen verfügbar.

Für UNIX spricht der hohe Verbreitungsgrad in technischen Anwendungen, die Modularisierbarkeit und Offenheit für das große Angebot an Erweiterungen, Tools etc.. UNIX bietet zudem eine durchgehende Umgebung auf mehreren Netzhierarchie-Ebenen (Realtime; Leitrechner; SQL-Server; Anlagensteuerung; Platten-Server; ...) und auf verschiedenen Arten von Hardware (80x86, 680xx, SPARC, ...), sehr vielseitige und transparente Kommunikationsprotokolle auch in heterogener Umgebung. Als Multiuser-System bietet UNIX leicht die Möglichkeit, z. B. Service-Access ohne Störung des Systems durchzuführen. UNIX ist also insbesondere gut geeigent für „maßgeschneiderte“ Programmkomplexe in heterogener Umgebung bei sich schnell verändernden Randbedingungen und bei nicht von vorneherein bekannten Anforderungen.
Gegen UNIX spricht die Preispolitik der Hersteller mit teilweise sehr hohen Komponentenpreisen (GUIs, Treiber, Protokolle, High-Level-Tools, etc).

Für Windows-NT spricht die Komplexität „aus einer Hand“, die C2-Sicherheit, die Unabhängigkeit von Hardware-Herstellern, und die einfache Installation auf verschiedensten PC-Systemen.
Gegen Windows-NT spricht die Abhängigkeit von Microsoft, die Einengung auf wenige Hersteller von Entwicklungssystemen."

©1995, 2003 - datelec GmbH